Fussball, Samba und Bohnen

Kaffeeplantage in São João do Manhuaçu City - Minas Gerais State - Brazil

© Fernando Rebêlo

Fußball und Samba – wer denkt da nicht sofort an Brasilien. Aber etwas fehlt da noch, denn Brasilien ist der Kaffeegigant schlechthin. Es stellte allein im Jahre 2010-2012 sage und schreibe 6000 Tonnen Kaffeebohnen her. Vietnam ist der zweitgrößte Kaffeeproduzent und stellt trotzdem nur 40% der Menge Brasiliens her. Das bekräftigt die Tatsache, dass Brasilien übermächtig in Sachen Kaffeeherstellung ist.

Schon 1720 wurden Kaffeepflanzen aus Frankreich eingeliefert und seit her haben die Brasilianer reichlich Erfahrung gesammelt. Dieses Knowhow half ihnen eine Macht als Kaffeeproduzent zu werden. Ein weiterer, sehr wichtiger Produktionsfaktor ist das Klima in Brasilien. Nach der Ernte der Bohnen, welche übrigens immer noch von Hand erfolgt, werden die Bohnen in die pralle südamerikanische Sonne gelegt. Dies bewirkt einen Transfer des Aromas vom Fruchtfleisch der Kaffeekirsche in die Bohne. Durch das schonende Trommelrösten wird das Aroma in der Bohne bewahrt und sorgt für einen milden und natürlichen Geschmack.

Kaffeeanbaugebiete in Brasilien

Espirito Santo, Minas Gerais, Paraná und Sao Paulo – das sind die Namen der Staaten in Brasilien die am meisten Kaffee produzieren. Vom Gesamtbetrag der Kaffeeproduktion liefert wiederrum Paraná über die Hälfte der Gesamtproduktion.

Der Grund für den verhältnismässig geringen Bekanntheitsgrad brasilianischen Kaffees ist sehr simpel. Die Brasilianer konsumieren ihren Kaffee zum Großteil selbst. Im vergangenem Jahr verbrauchten sie unglaubliche 18,9 Millionen Sack Kaffee à 60 Kilogramm. Trotzdem wird sehr viel verkauft – beispielsweise nach Deutschland. Aus Brasilien kommt der meiste Kaffee für den deutschen Markt.

Natürlich hat das alles auch seine Nachteile, um überhaupt so viel Kaffee herstellen zu können braucht man viele Mitarbeiter. Diese sind meist unterbezahlt und können ihre Familie kaum mit dem verdienten Geld ernähren. Daher gab es auch schon sehr viele Diebstähle in den einzelnen Plantagen, die gestohlene Ware wird dann meistens von den Arbeitern auf dem Schwarzmarkt verkauft.
Doch das viel größere Problem ist die Gesundheit der Arbeiter, sie laufen meist völlig ungeschützt durch die Felder und versprühen die giftigen Pestizide. Dies führt langfristig zu Krankheiten wie Parkinson und bezahlbare ärztliche Behandlung führt das meist zu einem frühen Tod.

Dass Brasilien viel und vor allem guten Kaffee produziert bleibt außer Frage, man sollte sich trotzdem Gedanken über die Menschen dort machen und sich auch über die Herkunft des Kaffees informieren.

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