Vom Magen bis in die Tasse

© Apichart Weerawong, AP

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Man kann es sich kaum vorstellen, eine der teuersten Kaffeebohnen der Welt soll direkt aus dem Hintertürchen von Dickhäutern kommen? Ja richtig gehört, Kaffee – ausgeschieden von einem Tier, genauer gesagt vom Elefanten. Diese Kaffeesorte nennt sich “Black Ivory“ – schwarzes Elfenbein, ihr Ursprung liegt im Norden Thailands.

Die Grundlage bildet die Sorte Thai Arabica, sie gedeiht in einer Region rund 1500 Meter über dem Meer, das Hochland begünstigt die Entwicklung der Bohne. In Chiang Saen im Norden Thailands sind ca. 25 Elefanten mit der „Produktion“ des „Black Ivory“ beschäftigt. Die Bohnen werden den Tieren unter das Futter gemischt, von ihnen gefressen und auf ganz natürliche Weise wieder ausgeschieden. Die Mägen der Elefanten zerkleinern dabei die Proteine durch ihre Enzyme und schaffen so ein besonderes Aroma, welches sich besonders durch den Mangel an Bitterstoffen auszeichnet. Durch den langsamen Gärprozess im Darm von etwa 24 Sunden erhält die Kaffeefrucht ausserdem einen “blumigen“ Geschmack. Die Bohnen werden anschliessend wie regulärer Kaffee bei ca. 200° Grad geröstet. Besondere Schwierigkeiten bereiten dabei zerkaute und beschädigte Bohnen, welche das Rösten und die Reinigung erheblich erschweren.

Aber wie schmeckt er denn nun eigentlich dieser Kaffee? Er soll besonders mild sein und eine wilde Note haben teilt das Unternehmen mit.

© Apichart Weerawong, AP

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Für nur ein Kilogramm Black Ivory Kaffee (ca. 10‘000 Bohnen) werden 33 Kilogramm Kaffeebohnen, welche übrigens vorher von Hand gepflückt werden, an die Elefanten verfüttert und wieder ausgeschieden. Der hohe Verlust kommt dadurch zustande, dass die Tiere viele der Bohnen komplett zerkauen, verdauen oder in sehr hohem Gras ausscheiden und sie somit unbrauchbar machen. Kein Wunder also, dass der „Black Ivory“ so teuer ist – pro Kilo werden rund 850 Euro berechnet. Erhältlich ist er im „Anantara Golden Triangle Resort“ in Chiang Rai sowie in weiteren Häusern der Gruppe, unter anderem auf den Malediven. Dort ist er auch tassenweise erhältlich – für stolze 39 Euro.

Ob der Kaffee irgendwann einmal so heiß begehrt sein wird wie das weiße Elfenbein wird die Zukunft zeigen. Jedenfalls sind bereits weitere Hotelgruppen an dem besonderen “Black Ivory“ interessiert.

Diese Art der Kaffeeverfeinerung ist übrigens nicht neu: In Indonesien und im Vietnam wird Kaffee aus dem Kot des Fleckenmusangs, einer Schleichkatzen Art, produziert. Der „Kopi Luwak“ wird von Kaffeeliebhabern in aller Welt geschätzt. Leider kommt diese Kaffeeherstellung immer mehr mit Tierquälerei in Verbindung. Früher suchte man diese Bohnen im Dschungel, wenn die Fleckenmusangs ihr tägliches Geschäft machten. Heute werden die Tiere in Massenhaltung gehalten und mit den Kaffeefrüchten vollgestopft – teilweise so lange bis die Tiere daran sterben.

© Apichart Weerawong, AP

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Es hat übrigens einen doppelten Nutzen den “Black Ivory“ zu kaufen, denn das Kaffeeprojekt im Golden Triangle rettete die 25 Elefanten vor dem Tod und ermöglichte arbeitslosen Mahouts und deren Familien eine neue Perspektive. 8 Prozent der Erlöse überweist die Anantara-Hotelgruppe übrigens an die thailändische Stiftung – mit dem Geld werden unter anderem Nahrung und Tierarztkosten bezahlt.

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