Neue Kaffeemaschine, aber welche? Teil 2

Vor einer Weile haben wir unter dem Titel Neue Kaffeemaschine, aber welche? einen Guide für alle veröffentlich, die sich nicht so ganz sicher welche Maschine sie denn jetzt eigentlich ihr eigen nennen sollten. Heute wollen wir ein paar weitere Möglichkeiten erläutern um aus den kleinen Bohnen ein leckeres Heissgetränk zu zaubern. Es handelt sich dabei vorallem und manuelle Brühmethoden: Papierfilter, Karlsbader Kanne, French Press, MOKKA, Aeropress, Vakuummaschine, Perkolator.

Papierfilter

Früher war das manuelle Aufbrühen von Kaffee eher eine Art Notlösung. Viel zu aufwendig und umständlich. Heute liegt es wieder voll im Trend und man bekommt tatsächlich für wenig Geld alles nötige um einen recht feinen Kaffee herzustellen.

Vorgehensweise

  1. Das Filterpapier sollte vorab mit viel heissem Wasser durchgespült werden um Fremd- und Duftstoffe zu entfernen.
  2. Die Kaffeebohnen mittelgrob mahlen und der gewünschten Wassermenge entsprechend dosieren. Das Verhältnis sollte dabei 60g pro Liter Wasser sein.
  3. Wasser aufkochen und auf die Brühtemperatur abkühlen lassen.
  4. Kaffee in den Filter schütten und mit heissem Wasser benetzen, kurz warten.
  5. Restliches Wassere in mehreren Schritten über den Kaffee giessen. Der Wasserstrahl sollte die Seitenwände dabei möglichst nicht berühren.
  6. Warten, bis das Wasser restlos in das Gefäss geflossen ist.
  7. Filtereinrichtung entfernen und Kaffee geniessen.

Hinweis: Das Wasser sollte mit einem dünnen Strahl und in kreisenden Bewegungen über den Kaffee gegossen werden.

Ergebnis

Man erhält einen klassischen Kaffee, welche nicht mit einem Espresso zu vergleichen ist. Dank dieser Methode liefert der Kaffee sehr viele Aromen und Düfte.


Karlsbader Kanne

Hergestellt wird die Kanne schon seit über einem Jahrhundert in einer Porzellanfabrik bei Walküre, sie besteht aus insgesamt 4 Teilen (Kanne, Doppelsiebaufsatz, Wasserverteiler und Deckel). Wenn man den Experten Glauben schenkt, dann erhält man aus dieser Kanne einen ziemlich unverfälschten Kaffee. Der grund dafür liegt in der sehr schonenden Zubereitung. Ausserdem kommt der Kaffee nie in Kontakt mit Papierfiltern, welche bei falscher Anwendung Geschmack an den Kaffee abgeben.

Vorgehensweise

  1. Kanne vorwärmen.
  2. Kaffee entsprechend der Wassermenge portionieren, das Verhältnis ist ca. 54g auf einen Liter Wasser. Gröbsten Mahlgrad wählen.
  3. Wasser aufkochen und auf die Brühtemperatur abkühlen lassen.
  4. Kaffee in das Doppelsieb füllen.
  5. Kaffee für das «Blooming» mit Wasser benetzen und kurz warten.
  6. Restliche Wassermenge langsam nachgiessen.
  7. Warten, bis das Wasser restlos in das Gefâss geflossen ist.
  8. Sieb abnehmen und Kaffee geniessen.

Ergebnis

Aufgrund der Filtertechnik der Kanne wird kein Kaffee-Öl zurückgehalten und man erhält einen milden, öligen und nuancierten Kaffee.


French Press

Diese Brühtechnik kommt, wie der Name vermuten lässt, aus Frankreich. Aber auch hier wird sie immer beliebter, dies liegt einerseits an dem Verhälnis mässig günstigen Preis, aber auch an der recht simplen Handhabung. Die French Press besteht aus einer Glaskanne und einem Deckel mit intergrietem Stempel. Das im Stempel sitzende Sieb trennt später den Kaffeesatz vom Getränk.

Vorgehensweise

  1. Mittelgroben Mahlgrad verwenden und Mahlmenge entsprechend der Wassermenge bereitstellen (z. B. 18g für 300ml Wasser).
  2. Wasser zum Kochen bringen und auf die Brühtemperatur abkühlen lassen.
  3. Kaffeemehl in die Kanne geben.
  4. Wasser über den über den Kaffee giessen
  5. Flüssigkeit mit einem Löffel kurz durchrühren.
  6. Kaffee ziehen lassen.
  7. Deckel mit Stempel aufsetzen und Stempel auf den Kannenboden drücken.
  8. Kaffee geniessen.

Hinweis: Der Kaffee sollte sofort genossen werden. Mit dem Kaffeesatz in der Kanne zieht der Kaffee noch weiter und wird dadaurch stärker und auch bitterer.

Ergebnis

Ein aromatischer, interensiver Kaffee. Der Geschmack lässt sich durch die Wassermenge und die Ziehzeit sehr einfach ändern und lädt gerade dazu ein selbst heraus zu finden wie einem der Kaffee am besten schmeckt.


MOKKA (Türkisch – Ibrik, Arabisch – Cezve, Griechisch – Briki)

Diese Variante ist eher in der Türkei, Griechenland und den arabischen Ländern vertreten. Es wird besonder fein gemahlener Kaffee aufgekocht und auf eine Filtrierung verzichtet. Es wird einfach abgewartet bis sich der Kaffee gesetzt hat. Als Hilfsmittel wird hierbei lediglich ein spezielles Kännchen benötigt.

Vorgehensweise

  1. Kaffee sehr fein mahlen. Es wird ein Löffel Kaffeemehl pro Tasse benötigt
  2. Sowohl Wasser als auch Kaffee in das Kännchen geben,
  3. Kännchen auf mittlerer Stufe erhitzen.
  4. Sobald die Oberfläche zu rollen beginnt muss das Kännchen von der Platte genommen werden.
  5. Ca. 30 Sekunden stehen lassen, der Kaffee kann bereits gesüsst werden.
  6. Kanne erneut bis zum Rollen erhitzen, anschliessen komplett von der Platte nehmen.
  7. Erneut ca. 30 Sekunden abwarten, bevor der Kaffee in die Tassen gefüllt wird.
  8. Nachdem sich der Kaffee gesetzt hat, kann er genossen werden.

Hinweis: Um das Geschmacksspektrum zu erweitern, kann man mit Zimt, Kardamom, Safran oder Gewürznelken experimentieren.

Ergebnis

Der entstandene Kaffe ist recht kräftig und erdig. Dieser Eindruck verstärkt sich, wenn beim Trinken etwas Kaffeesatz in den Mund gerät und dort sein sandiges Gefühl zwischen den Zähnen hinterlässt. Bei dieser Zubereitungsmethode wird dem Kaffee deutlich mehr Koffein entzogen als bei den anderen vorgestellten Methoden.


Aeropress

Ebenfalls sehr kompakt ist die Aero Press, dazu kommt der günstige Anschaffungspreis und man erhält innerhalb kürzester Zeit einen durchaus feinen Kaffee. Das gerät stammt aus den USA und besteht aus 3 Bauteilen: Zylinder, Filterdeckel und Kolben. Der Filterdeckel besitzt ein Fassung für ein rundes Filterpapier. Der Grund warum die Aeropress in der Kaffeeszene grade einen Boom erlebt ist wohl in der Möglichkeigt begründet, mit ihr auf einfachste Weise die Vielfalt an Aromen, Düften und Geschmäckern erforschen zu können.

Vorgehensweise

  1. Mahlgrad auf Mittelgrob stelle, Menge dem Wasser entsprechend wählen (Verhältnis ca. 60g auf einen Liter).
  2. Das Filterpapier sollte vorab mit viel heissem Wasser durchgespült werden um Fremd- und Duftstoffe zu entfernen.
  3. Kolben einlegen. Die Aeropress auf den Kolben stellen.
  4. Wasser zum Kochen bringen und auf die Brühatemperatur abkühlen lassen.
  5. Kaffee in den Kolben geben.
  6. Kaffee für das «Blooming» mit Wasser benetzen und kurz warten.
  7. Restliche Wassermenge langsam nachgiessen.
  8. Flüssigkeit mit einem Löffel kurz durchrühren
  9. Kaffee ziehen lassen, Filterdeckel aufschrauben, Kolben vorschieben bis der Kaffee im Deckel zum vorschein kommt.
  10. Gerät umdrehen und auf ein stablies Gefäss stellen. Kolben gleichmässig durchdrücken.

Aeropress von der Kanne nehmen und Kaffee geniessen

Ergebnis

Ein aromatischer, nicht bitterer Kaffee. Je höher der Druck desto intensiver der Kaffee, mit der Aeropress erzeugt man, im Vergleich zu einem Espresso, eher leichten Druck, allerdings ist das schon wesentlich mehr als bei klassischem Filterkaffee. Mit der Aeropress hat man die Möglichkeit auf einfachste Art und Weise zu experimentieren: mehr oder weniger Kaffee, leichter oder intensiver Druck, kurze oder lange Zeihzeit.


Vakuummaschine (Glaskolbenmaschine oder Syphon)

Die Vakuummaschmine oder der Syphon (Spezialvariante der Vakuummaschine) wurde etwa im Jahre 1830 entwickelt und war eigentlich der Nachfolger des damals verbreiteten Perkolators. Es besteht aus zwei übereinander angeordneten Behältern. Das Wasser im unteren Behälter wird soweit erhitzt, bis es über ein Steigrohr in den oberen Behälter gelangt, in welchem sich auch der Kaffee befindet. Nun wird die Hitzequelle entfernt, die Luft kühlt ab und es entsteht ein Unterdruck. Dieser zieht den Kaffee durch einen Filter zurück in den unteren Behälter.

Vorgehensweise

  1. Kaffee mit Mittelgrober Einstellung mahlen. das Verhältnis sollte in etwa 66g Kaffee auf einen Liter Wasser sein.
  2. Das Filterpapier sollte vorab mit viel heissem Wasser durchgespült werden um Fremd- und Duftstoffe zu entfernen.
  3. Filterpapier in den oberen Behälter einsetzen.
  4. Möglichst Kochendes Wasser in den unteren Behälter einfüllen und oberen Behälter aufsetzen.
  5. Hitzequelle einschalten und warten bis sich das Wasser fast komplett im oberen Behälter befindet.
  6. Die Hitze kann nun ein wenig reduziert werden, allerdings muss es heiss genug bleiben um das Wasser im oberen Behälter zu halten.
  7. Kaffee in den oberen Behälter geben und umrühren bis der komplette Kaffee benetzt ist.
  8. Kaffee ziehen lassen und am Ende nochmal umrühren.
  9. Hitzequelle ausschalten. Die Luft kühlt nun aber und zieht den Kaffee aus dem oberen Behälter durch den Filter in den unteren Behälter.

Kaffee in eine Tasse giessen und geniessen.

Ergebnis

Durch das Ziehenlassen des Kaffees im Wasser (Immersion) erhält dieser einen ausgeprägten Körper. Durch die anschliessende Filtrierung erlangt der braune Trunk die Feinheiten von Aromen und Düften ähnlich dem Kaffee aus einer Handfilter-Brühung.


Perkolator (Mokka-Kanne)

Der Perkolator, auch Mokka-Kanne, ist eine ältere, jedoch immer noch oft gesehene Methode zum Zubereiten von Kaffee.Viele bezeichnen sie auch als Espressokocher, dies ist allerdings ein Irrtum, denn mit einem maximalen Druck von 1,5bar wird man nie einen Espresso erzeugen können. Die Kanne besteht meistens aus 5 Teilen: dem unteren Gefäss, dem Filter mit integriertem Steigrohr und dem oberen Gefäss mit integriertem Deckel, Sieb und Dichtung. Die Funktion ist dabei recht simpel. Im unteren Behälter wird das Wasser zum Kochen gebracht, der entstehende Druck bewirkt, dass das Wasser durch den im Zwischteil befindlichen Kaffee in die obere Kanne gepresst wird.

Vorgehensweise

  1. Kaffeebohnen mit mittelgrobem Mahlgrad mahlen und lose in den Filter einfüllen. Bei einer Standardkanne (3 Tassen) braucht man ca. 15-17g Kaffee. Man sollte den Kaffee im Filter nicht verdichten, sondern lediglich ein bisschen klopfen um ihn gleichmässig zu verteilen.
  2. Wasser in den unteren Behalter bis unterhalb des Überdruckventils einfüllen.
  3. Kanne mit offenem Deckel erhitzen.
  4. Warten, bis der Kaffee zu steigen beginnt.
  5. Wenn die Kanne etwa halb gefüllt ist sollte sie von der Hitzequelle genommen werden. Wenn es anfängt zu Gurgeln ist es eigentlich schon zu spät, denn dann ist der Kaffee überextrahiert.
  6. Kaffee in die Tassen verteilen und geniessen.

Hinweis: Wenn man kochendes Wasser in das untere Gefäss füllt, reduziert man die Zeit, bis der Kaffee zu steigen beginnt, erheblich. Dies bewirkt auch, dass der Kaffee praktisch nicht mehr verbrannt riecht.

Ergebnis

Man erhält einen sehr kräftigen, würzigen Kaffee. Je nach Kaffeesorte und Röstgrad sind ähnliche Feinheiten feststellbar wie die aus einer Aeropress. Hellere Röstungen ergeben ein besseres Resultat als dunklere Röstungen: Der fertige Kaffee ist weniger bitter.

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