Kaffee trinken, Wälder schützen

KaffeebohneSo oder so ähnlich könnte man das Geschäftskonzept des Freiburger Unternehmers Florian Hammerstein betiteln. Konkret heisst das, er importiert wilden Kaffee aus dem Kaffa-Regenwald Äthiopiens nach Deutschland. Aber wie schützt er dadurch die Wälder und was ist so besonders an diesem Kaffee?

Das Besondere an diesem Kaffee ist, dass es sich um Wildkaffee handelt, welcher im Gegensatz zu industriellen Kaffees unverzüchtet ist, von Hand gepflückt und in der Sonne getrocknet wird. Die Arabica-Bohne entwickelt dadurch sehr wenig Säure, ist dabei sehr aromatisch, leicht süsslich und fruchtig. Dies erkannte Hammerstein und versuchte mit den grossen Konzernen Verträge zu erarbeiten um den Kaffeesammlern anständige Preise, weit über dem damaligen Marktpreis und langfristige Verträge zu bieten. Dazu waren diese allerdings nicht bereit. Also nahm der Unternehmer das Risiko auf sich, wurde dabei allerdings auch vom „NABU“, der „gtz“ und anderen Organisationen unterstützt. Zu Anfang mussten die Sammler auf europäische Qualitätsstandards gebracht werden, so dass wirklich nur voll ausgereifte Kaffeekirschen geerntet und auf Gerüsten statt auf dem Boden getrocknet werden. 2003 wurden so in etwa 18 Tonnen Waldkaffee nach Deutschland importiert, 2011 soll nun die 300 Tonnen Marke gebrochen werden.

Auch heute liegt der Preis den Hammerstein für den Kaffee zahlt ca. doppelt so hoch wie der Weltmarktpreis. Aber wie hilft das alles, den Wald zu schützen, kann man sich jetzt fragen. Ganz einfach: in den 70er Jahren waren etwa 40% der Fläsche von Äthiopien mit Dschungel bedeckt. Das erschreckende: Heute sind es noch etwa 3%. Durch den rasanten Zuwachs an Menschen und den daraus resultierenden Raubbau am Wald ist heute nicht mehr sehr viel vom Dschungel übrig. Die guten Preise die beim Pflücken von Kaffee erzielt werden, sorgen dafür, dass die knapp 7000 Kaffee-Bauern den Wald als ihre Lebengrundlage begreiffen. Kafa Region in ÄthiopienDer Wald ist ihr Zuhause, er muss geschützt werden. Dem Raubbau ist somit vorerst Einhalt geboten, allerdings droht die steigende Nachfrage zur Gefahr für die Kaffeewälder zu werden. Es muss also ein Mittelweg gefunden werden, der sowohl für den Wald, als auch für das Geschäftliche tragbar ist.

Zu Kaufen gibt es den Wildkaffee mittlerweile in über 400 Bio- und Delitkatessenläden. Und auch im Online-Shop von Original Food der Firma von Hammerstein.

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